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Baugewerblicher Umsatz im Minus: Noch keine Trendwende im 1. Quartal 2026

26.05.2026

(Schwerin, 26.05.2026) Im ersten Quartal 2026 setzt sich das schwache Vorjahr der Baukonjunktur fort. Der baugewerbliche Umsatz der ersten drei Monate fiel auf ein Minus von 22,4 %.

„Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete in den ersten drei Monaten 2026 ein preisbereinigtes Auftragseingangsplus von 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, der jedoch fast ausschließlich auf den Straßenbau zurückzuführen ist. Demgegenüber liegt der Umsatz mit einem realen Minus von 22,4 Prozent deutlich unter dem Niveau des 1. Quartals 2025. Auch die Arbeitsstunden gingen mit einem Minus von 18,4 Prozent zurück. Hier ist unser Bundesland Schlusslicht. Die Baukonjunktur Mecklenburg-Vorpommerns hat sich in den ersten drei Monaten 2026 trotz steigender Baugenehmigungszahlen noch nicht erholt“, erklärt Dr. Jörn-Christoph Jansen, Hauptgeschäftsführer des Bauverbandes Mecklenburg-Vorpommern e. V., anlässlich der Vorstellung der monatlichen Eckdaten des Baugewerbes für Mecklenburg-Vorpommern per 31.03.2026, die vom Statistischen Amt M-V und dem Statistischen Bundesamt herausgegeben wurden.

Umsatz

Der Gesamtumsatz von Januar bis März lag bei einem nominalen Minus von 20,5 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Alle Bausparten tragen zu diesem negativen Ergebnis bei: Der Wohnungsbau mit
-31,3 %, der Tiefbau mit -22,6 %, der Öffentliche Bau mit -18,3 %, der Hochbau mit -17,4 % und auch der Wirtschafsbau mit -16,9 %.

„Auch wenn die Baugenehmigungen steigen, zuletzt um immerhin 39,2 Prozent, bedeutet das noch nicht, dass auch mehr gebaut wird. Dass der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex für den Wohnungsbau im April eingebrochen ist, insbesondere da die Geschäftserwartungen der Unternehmen deutlich schlechter ausgefallen sind, ist weiterhin kein gutes Zeichen für die kommenden Monate. Die Auswirkungen des Iran-Krieges und die daraus folgenden Unsicherheiten hinsichtlich der künftigen Entwicklung der Finanzierungskosten und Preissteigerungen bei Baumaterialien zeichnen sich bereits deutlich ab. Wir brauchen einen Bauturbo II mit einer verlässlichen Förderpolitik, verbesserten steuerlichen Rahmenbedingungen und einfacherem Bauen mit dem Gebäudetyp E“, so Hauptgeschäftsführer Dr. Jansen.

Auftragseingänge

Die Auftragseingänge liegen nominal bei +20,0 % über dem Niveau des Vorjahresquartals. Hierzu trägt insbesondere der Öffentliche Bau mit +63,6 %, der Tiefbau mit +34,3 % und geringfügig der Wirtschaftsbau mit +3,2 % bei. Demgegenüber sind der Wohnungsbau mit -26,8 % und der Hochbau mit -10,2 % im Minus.

„Der Auftragseingang aus dem ersten Quartal stimmt uns verhalten positiv. Wir sehen aber auch, dass gerade der Wohnungsbau nicht mit den anderen Bausparten Schritt halten kann. Wir brauchen deshalb einen Bauturbo II mit einem neuen gesellschaftlichen Konsens für den Wohnungsbau, der Sicherstellung einer stabilen Finanzierung und keiner weiteren Verschärfung der Mietenregulierung. Wohnungsbau darf nicht an Einzelinteressen scheitern“, fordert der Hauptgeschäftsführer des Bauverbandes M-V Dr. Jansen.

Beschäftigung

„Die Beschäftigung ist im ersten Quartal leicht um 0,3 Prozent gestiegen. Die Zahlen verdeutlichen, dass die Bauwirtschaft ein stabiler Arbeitgeber ist und bleibt“, schließt Dr. Jansen.

Daten & Fakten März 2026 (308,88 KB)