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Bauverband M-V kritisiert Unterrichtsausfall nach Konzentration der Straßenbauerausbildung nach Neustrelitz - Dr. Jansen: „Landesregierung muss Zusagen zur Unterrichtsversorgung einhalten“

24.09.2026

(Schwerin, 24.09.2026) Der Bauverband Mecklenburg-Vorpommern e. V. kritisiert den ersatzlosen Unterrichtsausfall in einer Straßenbauerklasse am Regionalen Beruflichen Bildungszentrum Neustrelitz. Besonders schwer wiegt aus Sicht des Verbandes, dass das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern die Verlagerung der Ausbildungsgänge im Tiefbau von Schwerin nach Neustrelitz ausdrücklich mit einer besseren Sicherstellung der Unterrichtsversorgung begründet hatte.

In einem Schreiben aus April dieses Jahres an den Bauverband M-V erklärte das Ministerium, die Konzentration aller Auszubildenden der Berufsgruppe Tiefbau am Standort Neustrelitz sei aus Landessicht insbesondere erforderlich, um die Absicherung des Unterrichts mit entsprechenden Fachlehrkräften zu gewährleisten. Gleichzeitig wurde die Beschulung der Ausbildungsgänge Tiefbaufacharbeiter im Schwerpunkt Straßenbauarbeiten und Straßenbauer am Standort Schwerin aufgegeben und nach Neustrelitz konzentriert.

„Den Betrieben wurde die Verlagerung der Ausbildung mit dem Argument einer besseren Unterrichtsversorgung erläutert. Wenn nun bereits zu Beginn des ersten Ausbildungsjahres nach der Zentralisierung Unterricht wegen Personalmangels ersatzlos ausfällt, stellt sich die Frage, ob die Voraussetzungen für diese Entscheidung tatsächlich geschaffen wurden“, erklärt Dr. Jörn-Christoph Jansen, Hauptgeschäftsführer des Bauverbandes Mecklenburg-Vorpommern e. V.

Die Ausbildungsbetriebe tragen die Neuordnung der Schulstandorte trotz erheblicher zusätzlicher Belastungen mit. Für viele Auszubildende bedeutet die Konzentration längere Fahrzeiten, auswärtige Unterbringung sowie eine stärkere Abwesenheit vom Ausbildungsbetrieb. Diese Belastungen sind von den Unternehmen akzeptiert worden, weil ihnen im Gegenzug eine langfristig verlässliche Unterrichtsversorgung in Aussicht gestellt wurde.

„Die Betriebe haben ihren Teil der Verantwortung übernommen. Nun muss auch das Land sicherstellen, dass der Unterricht tatsächlich stattfindet. Zentralisierung und Unterrichtsausfall dürfen nicht Hand in Hand gehen“, so Dr. Jansen weiter.

Der aktuelle Fall werfe grundsätzliche Fragen zur personellen Ausstattung der beruflichen Schulen auf. Angesichts des steigenden Fachkräftebedarfs im Bauwesen sei eine starke berufliche Bildung wichtiger denn je. Bund und Länder wollen in den kommenden Jahren erhebliche Mittel in Straßen, Brücken, Schienenwege, Energieinfrastruktur und Wohnungsbau investieren.

„Wer die Infrastruktur von morgen bauen will, braucht die Fachkräfte von morgen. Deshalb darf die berufliche Bildung nicht zum Schwachpunkt der Fachkräftesicherung werden. Es reicht nicht, Ausbildungsstandorte neu zu ordnen. Es müssen auch ausreichend Lehrkräfte vorhanden sein, um den Unterricht zuverlässig abzusichern.“

Der Bauverband M-V hat sich daher unmittelbar an das Bildungsministerium M-V gewandt und um Aufklärung gebeten. Der Verband erwartet insbesondere Auskunft über die personelle Situation am Standort Neustrelitz, die Ursachen des Unterrichtsausfalls sowie die Maßnahmen, mit denen weitere Ausfälle künftig verhindert werden sollen.

„Die Landesregierung hat die Verlagerung der Straßenbauerausbildung selbst mit einer verbesserten Lehrkräfteversorgung begründet. An diesem Anspruch muss sie sich jetzt messen lassen“, so Dr. Janen abschließend.

2026_09_24_Bauverband M-V_kritisiert_Unterrichtsausfall_nach_Verlagerung_der_Straßenbauerausbildung_nach_Neustrelitz (101,68 KB)